Liebe Aktivisten aus dem Landkreis Jerichower Land und der Stadt Burg, liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter für die Menschenrechte, und Kämpfer für die Freiheit: Wir, die Flüchtlingsinitiative Berlin-Brandenburg, sind heute hier, um die fremdenfeindlichen Handlungen und rassistischen Übergriffe anzuklagen, die die Neonazis permanent gegen Asylbewerber und Migrantinnen in der Region verüben.
Der von den Neonazis verübte Terror bewirkt, dass Migrantinnen, Migranten und Asylbewerber im Alltag ständig Angst haben müssen. Letztere können sich nicht mehr frei bewegen, da sie damit rechnen müssen, angegriffen zu werden. Ob auf der Straße, in den Cafés, in den Restaurants, den Diskotheken oder sogar noch auf öffentlichen Plätzen: die Gefahr ist allgegenwärtig. Wir nennen hier nur einige von vielen Fällen: Am 2. August 2007 wurde eine vietnamesische Familie in ihrem Haus von den Nazis angegriffen. Am 24. Mai 2008 wurde eine Gruppe von Freunden, die Migranten waren, ein Mann aus Burkina Faso, ein Saudiaraber und ein Türke, in der Diskothek “Night Fly” schwer zusammengeschlagen. Von Tag zu Tag wachsen die Nazi-Angriffe und die fremdenfeindlichen Übergriffe gegen Migranten exponentiell an..
Diese Übergriffe sind wegen der Gleichgültigkeit und der Nichtverfolgung von Seiten der Polizei möglich, was von diesen Angreifern ausgenutzt wird. Wir alle wissen, dass die Polizei sehr wohl von diesen Übergriffen unterrichtet ist, aber keine Maßnahmen ergreift, um sie zu bekämpfen. Doch sie ist beauftragt, die Sicherheit aller Bürger, ohne Ausnahme, zu schützen. Deshalb klagen wir die Polizei aus dieser Region an, die Opfer nicht zu schützen, sondern vielmehr noch zu fremdenfeindlichen Handlungen zu ermuntern.
Liebe Bewohnerinnen und Bewohner von Burg, liebe Mitstreiter, seid wachsam und nehmt das Vorhandensein solcher Typen mit der Ideologie aus den Jahren 1933 bis 1945 in euren Reihen nicht einfach hin, schließlich wisst ihr, welches Image diese Epoche für ganz Deutschland mit sich brachte. Diese Neonazis beflecken das Bild der Stadt Burg, und es kann nicht in eurem Interesse sein, dass dieser Zustand anhält, denn die ganze Region wird deshalb schlecht angesehen sein. Es ist unhaltbar, dass es im einundzwanzigsten Jahrhundert noch solche zweifelhaften Gestalten mit dem Gebaren aus der düsteren Epoche 1933 bis 1945 geben soll – hier in eurem schönen Landkreis. FIB., als Organisation, die die Sache der Flüchtlinge und der Migranten verteidigt, ruft alle Autoritäten , die Polizei, Justiz, Bezirksämter, Politiker, und die Bewohner von Burg sowie Menschenrechtsorganisationen auf, aktiv zu werden und diese barbarische Mentalität zu bekämpfen und ein für alle mal abzuschaffen.
Doch ist es auch so zu verstehen, dass FIB und alle anderen Flüchtlings- und Menschenrechtsorganisationen euch für verantwortlich begreifen müssen, wenn wieder barbarische Handlungen gegen die Flüchtlinge und Migranten geschehen. In diesem Fall wärt ihr als Mittäter in der fremdenfeindlichen und barbarischen Gesinnung gegenüber den Flüchtlingen und Migranten mitanzuklagen. Dazu muss bemerkt werden, dass mehr als 250 Neonazis sich regelmäßig in Burg treffen, um ihre Pläne auszuhecken, ohne dass sie jemand hindert. Zugleich wird jegliche antifaschistische Versammlung mit äußerster Energie zurückgedrängt oder ganz einfach verboten. Somit rufen wir die Amtspersonen und Autoritäten von Burg einmal mehr auf, nicht mehr so zu tun, als wüssten sie nicht um die Situation, in der die Flüchtlinge und Migranten leben, und ihrer geschichtlich begründeten Verantwortung nachzukommen, den anwachsenden Fascismus in Burg zu bekämpfen – oder anderenfalls Burg offiziell zur “neuen Wiege des Faschismus in Deutschland” zu erklären!